Nach der Einführung des Klepperle-Narro im Jahr 1951 dauerte es bis 1996 ehe mit dem Schlegele-Beck und seinen 7 Höllteufeln wieder eine neue Maskengruppe die Radolfzeller Fastnacht bereicherte. Ihr besonderes Kennzeichen ist die konsequent gewahrte Anonymität der Hästräger. Die Figuren treten stets vermummt auf und vermeiden jede Enttarnung, wodurch ihre geheimnisvolle Ausstrahlung bis heute erhalten blieb.
Der Schlegele-Beck geht auf den Radolfzeller Bäcker Schlegel zurück, dessen Backstube einst in der Höllstraße lag und um den sich zahlreiche Geschichten und Narrenverse ranken. Die sieben Höllteufel wiederum nehmen Bezug auf die ehemalige Höllbrauerei und verkörpern verschiedene menschliche Schwächen und Laster. Die 7 Höllteufel sind der Höllebock, Beelzebub, Geiz, Narrenfresser, Lumpeseggel, Galan und Asmodeus.
I de Höllstroß Nummero 6
do wohnt der Schlegele Beck.
Der schtreckt sin Asch zum Fenschter naus,
me monnt, es wär en Weck,
Es isch kon Weck, es isch kon Weck,
(d)es isch de Asch vum Schlegele Beck.
Do kunnt e Fraule glaufe
und will des Weckle kaufe.
Do set de Schlegele Beck:
Min Asch isch doch kon Weck,
Es isch kon Weck, es isch kon Weck,
(d)es isch de Asch vum Schlegele Beck.
Mit ihren kunstvoll geschnitzten Larven, den aufwendig gestalteten Häsern und ihrer besonderen Symbolik verbindet die Gruppe Schlegele Beck und die 7 Höllteufel lokale Geschichte mit traditionellen Motiven der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Schnell entwickelte sie sich zu einer festen Größe im Radolfzeller Narrentreiben. Die offizielle Anerkennung durch die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) erfolgte im Jahr 2003.
